Archiv der Kategorie: NGL

Kanon zur Jahreslosung 2018

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ (Offenbarung 21. Vers 6) – das ist die Jahreslosung für 2018. Kurz vor dem Jahreswechsel ist mein Jahreslosungskanon veröffentlichungsreif geworden. HIER ist er zu finden. Viel Freude damit!

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Von Paul Gerhardt bis Albert Frey: „Feiert Jesus 5“ ist da – eine Rezension

„Versöhnung mit der Tradition“

Als der erste Band der erfolgreichen Liederbuchreihe „Feiert Jesus“ erschien, wäre niemand auf die Idee gekommen, darin eine „Liturgie“ abzudrucken und Choräle aus dem Evangelischen Gesangbuch aufzunehmen. Der Gesangbuchdichter Paul Gerhardt aus dem 17. Jahrhundert gehört schon seit geraumer Zeit zu den anerkannten Lobpreis-Autoren und ist in „Feiert Jesus 5“ besonders reichlich vertreten (ca. die Hälfte der aufgenommen Gesangbuchlieder sind Paul Gerhardt-Lieder). Im Anhang dieses 5. Bandes sind gleich eine ganze Reihe „thematischer Liturgien“ angeboten, außerdem traditionelle Texte aus dem Heidelberger Katechismus, das Apostolische Glaubensbekenntnis, Luthers Morgen- und Abendsegen und eine sehr traditionelle Beichtliturgie. Im Verzeichnis der „besonderen Liedarten“ sind „liturgische Stücke“ als eigene Gattung aufgeführt. Die „Versöhnung mit der Tradition“ ist also noch weiter vorangeschritten als es sich schon in Band 4 abgezeichnet hat. Ich persönlich finde das positiv. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an ein Wort des Gospelmusikers Edwin Hawkins. In einem Konzert wollte jemand ein Lied von Johann Sebastian Bach vortragen. Bei manchen Chormitgliedern stieß das auf Ablehnung – schließlich sei es doch ein „Gospelkonzert“. Edwin Hawkins aber sagte: „Wenn es von Jesus handelt, ist es Gospel“
Irritiert hat mich bei den Chorälen in „Feiert Jesus 5“ allerdings die Tatsache, dass bei fast allen Gesangbuchliedern ein Gegenwartsautor als Bearbeiter genannt ist, obwohl die Veränderungen meist marginal sind (geringer als bei den diversen Gesangbuchrevisionen der letzten Jahre) und außerdem nur selten Verbesserungen darstellen. Auch bei der Strophenauswahl hatten die Herausgeber nicht immer eine glückliche Hand. Zwar wird kaum jemand heute bei einem Paul-Gerhardt-Lied alle Strophen singen wollen (unter zehn Strophen hat er ja kaum mit dem Dichten angefangen). Aber beim Lied „Die güldene Sonne“ hätte unbedingt die Strophe dabei sein müssen, die das gerade heute aktuelle Thema „Heilung“ aufgreift (EG 449, Vers 8: „…Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund“)
Doch zurück zum Positiven: Erfreulich ist, dass die Lieder eine viel größere thematische Vielfalt aufweisen, als man sie bisweilen gerade der Lobpreismusik vorwirft, die angeblich in immer gleichen Formulierungen die „Herrlichkeit des Königs“ besinge. Gab es in den vergangenen Jahren durchaus christliche Liederbücher, in denen das Kreuz Jesu praktisch nicht vorkam (das gilt leider am deutlichsten für „Mein Gospelliederbuch“ aus dem Gütersloher Verlagshaus, das kein einziges „Passionslied“ enthält), so wird das Leiden und das Kreuz Jesu hier keineswegs mehr ausgeblendet („Ich komm zum Kreuz“ Nr. 23 – „Dieses Kreuz vor dem wir stehen“ Nr. 24, „In dem Kreuz liegt die Kraft“ Nr. 27 – „Mann der Schmerzen“ Nr. 31 u.v.m.). Allerdings sind die gewählten Formulierungen gerade bei diesem Thema größtenteils recht konventionell und selten geeignet, das Alte wirklich „neu“ zu sagen und so auch wirklich neu ins Bewusstsein zu bringen.
Zum Stichwort „Versöhnung mit der Tradition“ passt auch, dass anscheinend das Reformationsjubiläum seine Spuren interlassen hat: Viele Lieder lassen die „Allein“-Formulierungen Martin Luthers anklingen.
Eine thematische Engführung gibt es immer noch: Die Gottesliebe hat zwar zu Recht einen großen Raum in den enthaltenen Liedern, Lieder, die zur Nächstenliebe motivieren, sind aber nach wie vor kaum zu finden (mir ist bisher nur Lothar Kosses „Unser Licht wird leuchten“ (Nr. 109) aufgefallen, außerdem noch „Nehmt einander an“ Nr. 134 – aber schon das bezieht sich im Wesentlichen auf den Umgang innerhalb der Gemeinde),
Kann die „Gospelszene“ nun etwas anfangen mit diesem Buch? Fangen wir mit einer Äußerlichkeit an: Wer englisch singen möchte, wird auch in diesem Buch reichlich fündig. Erfolgreiche Titel von Chris Tomlin, Brenton Brown (z.B. The Lion and the lamb), Stuart Townend (The power of the cross, Resurrection Hymn) und anderen werden mit englischem Originaltext und auf deutsch zugänglich gemacht. Kleine Beobachtung am Rande: Bei „the Lion and the lamb“ (Nr. 72) ist im letzten gesungenen Takt des Refrains die Melodie anders als im auf youtube zu findenden Original notiert (was eine größere Abweichung als bei den „bearbeiteten“ Chorälen darstellt, ohne dass hier ein „Bearbeiter“ genannt wird …) .
Nach meinem Eindruck ist aber die Produktion deutscher Lieder bzw. von deutschen Autoren besonders stark angestiegen (was für Gospelchöre kein Schade sien muss, da auch hier immer mehr die Scheu verloren geht, auch auf deutsch zu singen). Da das Liederbuch insgesamt 248 Lieder enthält, wird jeder etwas finden, was ihn anspricht.
Interessant für Gospelchöre: Gleich zwei Variationen des Klassikers „Amazing grace“ sind zu finden („Broken Vessels“ dt: „Krüge aus Ton“ Nr. 21 – in „bewährter Hillsong-Qualität“) und, näher dran am Original, Chris Tomlins „Amazing Grace / My Chains are gone“ Nr. 35 – dt. „Gnade für uns (Die Ketten sind los)“. Gospelchören wäre es allerdings entgegengekommen, wenn öfters einmal wenigstens der Refrain dreistimmig ausgesetzt gewesen wäre. Das hätte keinen zusätzlichen Platz gekostet, da das in einem Notensystem möglich ist und es hätte dem Buch möglicherweise viele zusätzliche Nutzer erschlossen.
Fazit: Einigen Liedern aus diesem Buch wird man sicher in absehbarer Zeit auch in Gospelchören begegnen. Und die sehr guten und ausführlichen Verzeichnisse am Ende (nach Stichworten, Bibelstellen und nach Liedgattungen) helfen, für bestimmte Anlässe – auch für solche, für die Gospelmusik bisher „knapp“ war – passende Lieder zu finden. Eine Anschaffung für den Chorleiter – zur Orientierung, was gerade „angesagt“ ist – ist sicher sinnvoll. Eine Anschaffung für den ganzen Chor empfiehlt sich wohl nur für Singgruppen, die hauptsächlich einstimmig singen und vor allem Lobpreismusik im Repertoire haben.

Musical „Katharina Lutherin“ in Gronau (Leine)

Bierbrauerin, Hauswirtschaftsleiterin, theologische Gesprächspartnerin, gelernte Nonne und Martins “Herr Käthe” – all das und mehr war Katharina von Bora, die “Lutherin”, die erste Frau in einem evangelischen Pfarrhaus. Im Reformations-Jubiläumsjahr gibt es Anlass genug, sich mit dieser faszinierenden Frau der Reformation zu befassen. Auf unterhaltsame Weise ist das möglich mit dem Familien-Musical „Katharina Lutherin“. Am Freitag, 27. Oktober 2017 wird es um 18 Uhr in der St. Matthäikirche in Gronau zu erleben sein. Der Text stammt von Stephanie Schwenkenbecher (bekannt als Autorin in der „Zeit“ und als Verfasserin des Buches „Generation Y“), die Musik komponierte Pastorin Dr. Nicole Chibici-Revneanu – sie leitet das Bibelzentrum in Barth und hat sich auch als Gospelmusikerin und -komponistin bereits einen Namen gemacht.
Aufgeführt wird es von der Musicalcompanie „De pommerschen Engelspierken“ unter Leitung der Komponistin. „Engelspierken“ ist ein Wort aus dem pommerschen Platt. Es meint zwar eine Libelle, heißt wörtlich übersetzt aber „Stückchen von einem Engel“. Engel, also Überbringer einer guten Botschaft – das wollen auch die knapp 40 Mitwirkenden sein, die das Musical gestalten – übrigens Menschen aus allen Generationen, die jüngste Mitwirkende besucht die zweite Grundschulklasse, der älteste ist über 70 Jahre alt.
Der Eintritt ist frei, Spenden zur Deckung der Unkosten werden erbeten.

Psalm 23 oder: „… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein …“

Lied: Der gute Hirte ist der Herr

1.
(G)
Der gute Hirte ist mein (Am) Herr,  (D)  es wird mir nichts (G) fehlen.
(G) Er weidet mich auf grüner (Am) Au, (D) führt mich zu frischen (G) Quellen.
(G) Er erquicket meine (Am) Seel. (D) Um seines Namens (G) willen
(G) führt er mich auf rechtem (Am) Weg, (D) keine Angst wird mich er- (G) füllen

Refr.:
(G) Nur bei dir, (C) Vater, (D) muss die Freiheit wohl (G) grenzenlos sein;
(Em) alle Sorgen werf ich (Am) auf dich, denn ich
(D) weiß mich in dir ge- (G) borgen und so
(C) wird, was groß und (G) wichtig erscheint,
(D) plötzlich nichtig und (G) klein

2.
Du bist bei mir, denn dein Stab   und dein Stock wird mich trösten
Du bereitest mir den Tisch   im Angesicht der Unerlösten
Herr, du salbst mein Haupt mit Öl,   wirst mir all die Fülle geben
Gutes und Barmherzigkeit   folgen ewig meinem Leben

(Refr. 2x: ) Nur bei dir, Vater …

(Verfasser unbekannt, aus der Pilgerbewegung)

Nach dem Kirchentag ist vor dem Kirchentag …

Liedermacher für Dortmund 2019 gesucht!

Der Berliner Kirchentag (hier ein Gospelvideo von dort) ist gerade erst vorbei, da wird bereits der nächste Deutsche Evangelische Kirchentag vorbereitet

Wer als Texter oder Komponist an der Liederwerkstatt zum Kirchentag 2019 teilnehmen möchte, kann sich schon jetzt bewerben – die Liederwerkstatt findet vom 14.-17. Janur 2018 statt, bis dahin wird auch bereits die Kirchentagslosung feststehen. Die Bewerbungsunterlagen gibt es HIER.

Schon beim Berliner Kirchentag gab es endlich einmal „frischen Wind“ und neue Ideen für das Kirchentagssingen (vorher sahen die DEKT-Liderhefte jahrzehntelang fast gleich aus). Die Innovationen hingen wohl zum einen mit dem Reformationsjubiläum zusammen, das „neue“ Themen brachte (jedenfalls andere als in den letzten Jahren), zum anderen sicher auch damit, dass es auch für diesen Kirchentag bvereits eine Liederwerkstatt gab, an der auch neue Gesichter beteiligt waren.

Martin Gotthard Schneider gestorben

Das einzige Kirchenlied, das in Deutschland wirklich jeder kennt, das einzige Kirchenlied, das sechs Wochen lang in den weltlichen Charts war, die „Mutter aller NGL“, das Lied, das vermutlich so häufig umgedichtet wurde wie kein anderes – all das ist das Lied „Danke für diesen guten Morgen“ (Evangelisches Gesangbuch 334, Gotteslob – norddeutsche Ausgabe – 828)  Gedichtet wurde es von Martin Gotthard Schneider (von dem auch viele wietere Lieder stamen, u.a. „Ein schiff, das sich Gemeinde nennt“) Am vergangenen Freitag (3. Februar 2017) ist er im Alter von 86 Jahren verstorben (Näheres HIER). Das, was wir ihm zu sagen haben beim Abschied, lässt sich in einem Wort sagen: Danke!

P.S.: Die Version der Band „Die Ärzte“ (in moll):