Category Archives: Glaube und Alltag

Workshops beim NGCT

 

10-norddeutsches-gospelchortreffen-vom-7-9-september-2018-in-uelzenEs gibt Neues vom Norddeutschen Gospelchortreffen, das vom 7. bis 9. September 2018 in Uelzen stattfindet: Das Workshopprogramm ist online – den Mass-Choir wird Stefan Wieske leiten, es gibt Workshops zu den Themen “Afrika-Gospel”, “Percussion”, “Gospel-Guitar” und etliches mehr (und das eine odere andere kommt vermutlich sogar noch dazu) – die jeweils aktuelle Zusammenstellung gibt es HIER!

 

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Feiert den Johannistag!

Die norddeutschen Bundesländer wollen einen zusätzlichen Feiertag einführen.
Mein Vorschlag dafür: Wir sollten uns ökumenisch darum bemühen, den Johannistag (24. Juni) zum Feiertag zu machen.
Folgende Gründe sprechen dafür – gerade auch im Vergleich mit dem bisher meistens vorgeschlagenen Reformationstag:
1. Theologisch ist Johannes der Täufer wichtiger als Martin Luther und die Reformator/inn/en; denn er ist eine biblische Gestalt als Vorläufer und Wegbereiter Jesu Christi. Vermutlich würde auch Martin Luther dieser Behauptung zustimmen. Und wenn es mit Luthers These 1 darum geht, deutlich zu machen, dass unser ganzes Leben eine Buße sein soll, dann hat Martin Luther damit ja nur erneut wiedergegeben, was Johannes gepredigt hat. Das heißt: Die reformatorische Botschaft ist im Johannistag mitenthalten.
2. Ökumenisch / Interreligiös: Der Johannistag ist nicht rein evangelisch, sondern für alle christlichen Konfessionen gleich. Zusätzlich ist er, obwohl aus christlicher Tradition stammend, auch für Muslime “anschlussfähig”: Johannes der Täufer wird auch von Muslimen als bedeutende Persönlichkeit der Glaubensgeschichte anerkannt. Auch dem Dialog mit dem Judentum kann eine Besinnung auf Johannes förderlich sein.
3. Tradition: Der Johannistag ist im Brauchtum bis heute stark verankert, z.T. sogar wieder stärker ins Bewusstsein getreten. Er gilt als Abschlusstag der Spargel- und Rhabarber-Saison, Pflanzennamen wie Johannistreu und Johanniskraut erinnern an seine Bedeutung und vor allem der Brauch des Johannisfeuers (“Mittsommer”) ist eine Tradition, die auch in Deutschland schon immer präsent war, im Zuge des Zusammenwachsens Europas aber in der jüngeren Vergangenheit vor allem in Norddeutschland immer häufiger aufgegriffen wird, da sie im benachbarten Skandinavien weit verbreitet ist (“St.Hans-Dag”)
4. “Gleichmäßige Verteilung” / Platz im Jahreskreis – Der Termin im Juni sorgt eher für eine gleichmäßge Verteilung von Feiertagen übers Jahr als der Reformationstag (im Oktober wird auch der Tag der dt. Einheit begangen) und ist als sommerlicher Feiertag jahreszeitlich attraktiver – Das bietet eine größere Vielfalt an Chancen für kirchliche Veranstaltungen (Freiluftgottesdienste, Tauffeste, Gemeindefeste, Regionalgottesdienste mit Radtouren und Wanderungen, Pilgeraktionen …). Vermutlich fördert der sommerliche Termin im Jahreskreis aber auch die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz dieses Tages – auch wer nicht an kirchlichen Feiern dieses Tages teilnehmen will, wird den Christen für einen freien Tag im Sommer besonders dankbar sein …
Kurz: Der Johannistag ist in Theologie und Tradition gut begründet, in besonderer Weise ökumenisch verantwortbar, er ist interreligiös und gesamtgesellschaftlich anschlussfähig und jahreszeitlich attraktiv.

Kleine Anmerkung: Ja, das Thema hier hat mit Gospel nicht viel zu tun – ich habe damit auch eine neue Kategorie auf diesem Blog eingeführt “Kirche und Gesellschaft”. Schon immer habe ich hier aber auch als “Liturgiker” gebloggt. Und mit dem Kirchenjahr hat das Thema ja in jedem Fall zu tun …

Gospelgottesdienst zum Jahresschluss

An Silvester, 31.12.2017 lädt die Kirchengemeinde Gronau (Leine) herzlich zum Gospelgottesdienst ein. Er beginnt um 17 Uhr in der St. Matthäi-Kirche. in einem Jahresrückblick wird noch einmal für die getauften Kinder und Erwachsenen, für die konfirmierten Jugendlichen und für die getrauten Ehepaare des Jahres 2017 gebetet. In einer “Offenen Phase” besteht Gelegenheit, für persönliche Anliegen eine Kerze anzuzünden oder sich persönlich segnen zu lassen. Und natürlich gibt es Lieder vom Gronauer Gospelchor ~JOY~ sowie Gemeindelieder zum Mitsingen. Im Mittelpunkt steht ein Gleichnis Jesu, das zur Gelassenheit ermutigt. Und: ganz gleich, ob man sich der Aktion “Brot statt Böller” verpflichtet fühlt oder für beides, “Brot und Böller”, etwas übrig hat: Mit der Kollekte des Gottesdienstes kann man noch einmal die Aktion “Brot für die Welt” unterstützen.

Gospel-Benefizandacht: Frieden im Nahen Osten

Plakat-Advent„Frieden und Licht – peace and light“: Unter diesem Thema gestaltet der Gronauer Gospelchor ~JOY~ eine Gospelandacht am 3. Advent, 17. Dezember um 17 Uhr in der St. Matthäikirche Gronau (Leine). Der Eintritt ist frei, die Kollekte kommt christlichen Schulen im Libanon und in Jordanien, in denen ein firedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen praktiziert und eingeübt wird. „Die „Schneller-Schulen“ leisten so einen wichtigen Beitrag für ein Zusammenleben in Frieden und Toleranz im Nahen Osten. (Nähere Informationen über die „Schneller-Schulen“ gibt es übrigens HIER) Herzliche Einladung!

Norddeutsches Gospelchortreffen: Homepage

10. Norddeutsches Gospelchortreffen vom 7. - 9. September 2018 in Uelzen

Vom 7. bis 9. September 2018 findet das 10. Norddeutsche Gospelchortreffen – Norddeutschlands größtes Gospelfestival – in Uelzen statt. Es kehrt damit an seinen Ursprungsort zurück – denn 1999 hat die NGCT-Welle in Uelzen angefangen. Jetzt ist fürs 10. NGCT auch eine eigene Homepage freigeschaltet. Hier ist die Adresse:

www.ngct2018.de

In Kürze gibt es dort genauere Informationen über das Programm, die Anmeldemöglichkeiten usw. – Und wer auf keinen Fall etwas verpassen möchte, kann sich auch für den NGCT-Newsletter anmelden!

Kleine Reformationspredigt mit Reinhard Mey

“Mit solchen Wörtern können Sie den Menschen heute nicht mehr kommen, Herr Pastor. Wer versteht denn noch solche Begriffe wie Schuld, Rechtfertigung oder Gnade?!“ So oder ähnlich höre ich es öfter. Und ich frage mich: Warum ist ein Wort wie „Gnade“ heute kaum noch verständlich? Nur weil es ein altmodisches Wort ist? Oder hat das damit zu tun, dass wir die Erfahrung der Gnade nicht mehr kennen? Dass unsere Welt, vor allem die Arbeitswelt „gnadenlos“ geworden ist?
Ist es nicht immer so? Wir können am meisten mit den Worten anfangen, mit denen wir Erfahrungen verbinden. Vor dreißig Jahrne kannte niemand das Wort „downloaden“ Und auch heute ist es denen eher fremd, die Computer und Internet nicht nutzen. Wer das aber tut, der kennt nicht nur dieses „neudeutsche“ Wort – sondern der tut es auch – Inhalte aus dem Netz auf den eigenen Computer übertragen, sie eben „downloaden“.
Können wir Erfahrungen der Gnade machen? Und so auch das Wort neu verstehen und das Anliegen der Reformation, deren Parole „Allein aus Gnade“ lautet?
Reinhard Mey beschreibt eine Erfahrung der Gnade in einem Lied: Ein Junge hat sein Zeugnis mit den schlechten Noten selbst unterschrieben – mit den Namen seiner Eltern. Der Direktor bestellt die Eltern zu sich, holt das Kind dazu und präsentiert den Eltern die krakelige Unterschrift auf dem Zeugnis. Triumphierend fragt er: „Sollen das etwa Ihre Unterschriften sein?“ Der Junge will im Boden versinken, weil sein Betrug auffliegt und die Eltern von ihm jetzt sicher enttäuscht sind. Er fürchtet die Strafe. Aber zunächst sagt der Vater:“Ja, das ist meine Unterschrift“ und dann bestätigt auch die Mutter, das Zeugnis kenne sie natürlich und natürlich habe sie das unterschrieben. Die Eltern selbst stellen das Vertrauensverhältnis zwischen sich und ihrem Kind wieder her, obwohl das Kind etwas falsch gemacht hat. Sie stehen zu ihrem Kind – nicht nur mit seiner Schwäche, die sich in den schlechten Noten zeigt, sondern auch mit dem, was es falsch gemacht hat, mit seiner Schuld. So wie diese Eltern verhält sich auch Gott zu uns Menschen. Das ist gemeint, wenn Paulus im Römerbrief schreibt: „Wir werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.“ (Kapitel 3, Vers 24). Gott nimmt uns an, sagt Ja zu uns, auch wenn unsere Leistungen nicht ausreichen und er nimmt unsere Schuld auf sich und trägt sie weg. Gott ist gnädig, Gott sei Dank.
Wir brauchen die Erfahrung der Gande heute nötiger denn je. Immer mehr Menschen leiden unter dem „Burn-out-Syndrom“, brechen zusammen unter den Leistungsanforderungen, die andere oder sie selbst an ihr Leben stellen. Wie gut tut es Menschen, wenn sie erfahren: Es gibt jemanden, der Ja zu mir sagt, ohne Bedingungen, der meine Not und meine Angst und mein Versagen – meine schlechten Noten und meine gefälschte Unterschrift – zu seiner eigenen Sache macht und dem ich deshalb bedingungslos vertrauen kann. Wie gut ist es, wenn Menschen Gott kennen und wissen: Zu ihm darf ich so kommen, wie ich bin. Hier ist ein Ort, an dem ich keine Angst zu haben brauche.
Übrigens: Auch die Gnade Gottes kann man „downloaden“ – sie aus der Bibel übertragen ins eigene Leben. Liedverse, die wir singen oder beten können uns dazu helfen – zum Beispiel dieser (im Evangelischen Gesangbuch Nr. 440, im katholischen Gotteslob Nr. 666:) „All Morgen ist ganz frisch und neu des Herren Gnad und große Treu. Sie hat kein End‘ den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag.“ Wer sich jeden Morgen an die Gnade Gottes erinnern lässt, der hat einen guten Schutz für die Belastungen unserer oft gnadenlosen Zeit – und eine gute Zuflucht, wenn er an seine Grenzen kommt.

Musical “Katharina Lutherin” in Gronau (Leine)

Bierbrauerin, Hauswirtschaftsleiterin, theologische Gesprächspartnerin, gelernte Nonne und Martins “Herr Käthe” – all das und mehr war Katharina von Bora, die “Lutherin”, die erste Frau in einem evangelischen Pfarrhaus. Im Reformations-Jubiläumsjahr gibt es Anlass genug, sich mit dieser faszinierenden Frau der Reformation zu befassen. Auf unterhaltsame Weise ist das möglich mit dem Familien-Musical “Katharina Lutherin”. Am Freitag, 27. Oktober 2017 wird es um 18 Uhr in der St. Matthäikirche in Gronau zu erleben sein. Der Text stammt von Stephanie Schwenkenbecher (bekannt als Autorin in der “Zeit” und als Verfasserin des Buches “Generation Y”), die Musik komponierte Pastorin Dr. Nicole Chibici-Revneanu – sie leitet das Bibelzentrum in Barth und hat sich auch als Gospelmusikerin und -komponistin bereits einen Namen gemacht.
Aufgeführt wird es von der Musicalcompanie “De pommerschen Engelspierken” unter Leitung der Komponistin. “Engelspierken” ist ein Wort aus dem pommerschen Platt. Es meint zwar eine Libelle, heißt wörtlich übersetzt aber “Stückchen von einem Engel”. Engel, also Überbringer einer guten Botschaft – das wollen auch die knapp 40 Mitwirkenden sein, die das Musical gestalten – übrigens Menschen aus allen Generationen, die jüngste Mitwirkende besucht die zweite Grundschulklasse, der älteste ist über 70 Jahre alt.
Der Eintritt ist frei, Spenden zur Deckung der Unkosten werden erbeten.