Ein “Heidenkind” erklärt das Kreuz

Es ist kurz nach der Wende. Eine junge Familie aus der gerade noch existierenden DDR besucht zum ersten mal ihre Verwandten im Westen. Beim Dorfrundgang treffen sie mich, den Dorfpfarrer und fragen mich, ob sie einmal in die Kirche schauen können. Ich gehe mit ihnen hinein. Der Junge ist fünf oder sechs Jahre alt und schaut sich neugierig um. „Er ist noch nie in einer Kirche gewesen“ sagen mir die Eltern.
Er schaut auf das Altarbild. Jesus am Kreuz hat einen großen goldenen Heiligenschein. Der Junge zeigt darauf und sagt: „Oh, da ist ja ein König“
Er will wissen, wer das ist und ich erzähle ihm etwas von Jesus.
Jetzt erst bemerkt er, dass Jesus Nägel in den  Händen und Füßen hat. Und er sagt: „Ih, die haben ihm wehgetan!“
Er möchte wissen, wie das kam und ich erzähle ihm etwas von Jesu Passion.
Er staunt und sagt: „Und er hat sich überhaupt nicht gewehrt?“
Ich bestätige ihm das und er meint: „Dann muss er die Menschen ja liebgehabt haben!“

(aus Wolfgang M. Richter GOSPELIMPULS Gütersloh 2013 S. 49)

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