Monthly Archives: December 2013

Norddeutsches Gospelchortreffen in Osnabrück

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Aus einer GOSPELIMPULS-Rezension von Eva von der Heyde

Eva von der Heyde ist Leiterin des Gospelchores der Leipziger Thomaskirche „Open Up Wide“ (also Gospel-Kantorin an der Kirche, an der auch Johann Sebastian Bach gewirkt hat …) und Mitglied des EKD-weiten Arbeitskreises „Gospel in der Kirche“. Näheres über ihren Chor findet man unter http://www.gospel-leipzig.de. Intensiv hat sie sich in einer Buchbesprechung mit dem Buch “GOSPELIMPULS” auseinandergesetzt. Hier wird die Rezension in Auszügen wiedergegeben. Sie erschien zuerst in “Für den Gottesdienst”, einer Arbeitshilfe aus dem Michaeliskloster, dem EKD-Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik.

“GospelImpuls” … bietet Gemeindechören die Möglichkeit, sich mit Gospelsingen zu beschäftigen. Mit seinen vielen Beispielen lädt es ein, mit dem eigenen Chor in der eigenen Gemeinde Gospelgottesdienst zu feiern. Jedes Beispiel wird mit einer Vorbemerkung zu der gottesdienstlichen Situation eingeleitet. Der Autor schafft eine Atmosphäre der Offenheit, sich mit den Inhalten von Gottesdienst, Liturgie und Kirchenjahr in aller Freiheit auseinanderzusetzen und einen ganz eigenen Weg zu suchen und zu finden.
Wolfgang Richter stellt sich der Herausforderung, eine gute Verbindung zwischen den liturgischen Elementen eines Gospelgottesdienstes herzustellen. Gesungenes und gesprochenes Wort bilden eine Einheit. Der Autor lässt Worte im musikalischen Kontext nicht wie Fremdkörper erscheinen. Gleichzeitig werden die Gospelsongs so gut in den liturgischen Ablauf eingebettet, dass der ungeübte Hörer die Bedeutung der Lieder inhaltlich und emotional nachvollziehen kann. Die Leserinnen und Leser bekommen zahlreiche Anregungen zu einer gelingenden Verbindung von Musik, Musikern, Predigt und Gemeinde. Vor allem lädt Wolfgang Richter ein, mit allen liturgischen Elementen kreativ umzugehen, sie zu entfalten und für ungeübte Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer nachvollziehbar erlebbar zu machen.
Es wird deutlich: Gospelgottesdienste zielen auf starke Beteiligung aller am gottesdienstlichen Geschehen Mitwirkenden. Dazu gehört neben den offensichtlich Agierenden auch die Gemeinde. Dies geschieht meistens durch Mitsingen und Mitklatschen. Außerdem greift Richter auf Elemente inzwischen etablierter Andachts- und Gottesdienstformen wie die der Thomasmesse und der Taizé-Andacht zurück. … So wird das gottesdienstliche Erleben auf alle Sinne ausgeweitet. … Gleichzeitig ergibt sich eine hohe emotionale und sinnliche Erlebniswelt.
… Wünschenswert wäre es, dass alle Songs mit Akkordsymbolen versehen wären. Das würde manchem ungeübten Gospelinterpreten die Handhabe erleichtern.
Interessant ist das Kapitel über „Flow-Killer“. Flow, der Spannungsbogen, der sich natürlich durch den Gottesdienst zieht. Er entsteht aus dem Ineinandergreifen aller gottesdienstlichen Elemente. …
GospelImpuls … schreit nach einer Fortsetzung …

Eva von der Heyde

Eigene Anmerkung: Die ersehnte Fortsetzung ist erst mal dieses Blog. Meine eigene Selbstvorstellung des Buches gibt es hier: https://gospelimpuls.wordpress.com/das-buch/

Rezension und Interview zu GOSPELIMPULS

Aus http://buecheraendernleben.wordpress.com/2013/03/18/wolfgang-richter-gospelimpuls/:

Gospelgottesdienste werden immer beliebter in unseren Kirchengemeinden. Gemeindepfarrer Wolfgang Richter legt mit seinem “Gospelimpuls” Andachten und vollständige Gospelgottesdienste vor. So haben Nachahmungstäter die Möglichkeit alles einfach zu übernehmen oder, auf die Gegebenheiten vor Ort, präzise zuzuschneiden.

Eine ganze Reihe von Liedern werden dem Gospelfreund in Wort und Note in diesem Buch mitgegeben.

Mit dem Schwung dieses, dicht an der Praxis orientierten Buches, sollten wir hoffnungsvoll in die deutsche Gospelbewegung schauen!

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-05866-5, Preis 16,99 Euro

Der Autor Pfarrer Wolfgang Richter hat buecheraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Lieber Wolfgang Richter, soeben ist Ihr Buch “Gospelimpuls” erschienen. Sind Gospelgottesdienste in Deutschland wirklich bereits eine feste Instanz geworden?

Das denke ich schon. Nicht in dem Sinne, dass es überall bereits Gospelgottesdienste gibt, aber dort, wo sie gefeiert werden, haben sie sich schnell „etabliert“ und sind aus dem kirchlichen Leben nicht mehr wegzudenken. Ich rechne damit, dass noch weitere Gospelkirchen entstehen und dass auch dort, wo Gemeinden sich nicht zu einer ausgeprägten „Gospelkirche“ entwickeln, Gospelchöre Freude daran gewinnen, Gottesdienste zu gestalten. Das Buch soll ja gerade dazu beitragen.

Was kann ein Gospelchor vermitteln, was der gute alte traditionelle Kirchenchor nicht kann?

Zunächst einmal vermittelt er natürlich nichts anderes als ein Kirchenchor: Er vermittelt das Evangelium, die biblische Botschaft. Aber ein Gospelchor kann es vielleicht anderen Menschen vermitteln, deren Lebensgefühl eher von Gospelmusik angesprochen wird. Und Gospelmusik kann vielleicht bestimmte Aspekte des Glaubens deutlicher vermitteln als andere Musik; die Freude und Hoffnung zum Beispiel, und dass Glaube eben etwas ist, was auch mit der Erfahrung zu tun hat.

Der Gospelchor bringt Stimmung in jeden Gottesdienst. In Ihrem Buch schreiben Sie von einem Wunder, dass so etwas in unseren Breiten so völlig ungeplant entstehen konnte. Was glauben Sie, warum hat der Gospelchor relativ schnell so viele aktive Sänger gefunden?

Menschen sehnen sich nach einem glaubwürdigen und in unsere Zeit passenden Christentum – und dieser Sehnsucht ist die Gospelbewegung begegnet, hat einen Raum geboten, in dem sich diese Sehnsucht erfüllen kann.

Sie machen Vorschläge für Gospelgottesdienste und Andachten. Sind diese Vorschläge im stillen Kämmerlein entstanden?

Nein, sondern sie kommen aus der Praxis. Einige Gottesdienste habe ich mit meinen beiden Gospelchören nahezu genauso durchgeführt, wie sie im Buch enthalten sind. Andere sind aus Elementen mehrerer Gottesdienste kombiniert worden, weil sie so noch stimmiger oder besser übertragbar waren. Praktisch alles, was das Buch enthält ist ausprobiert worden. „Im stillen Kämmerlein“ sind allenfalls einige der Theorieteile entstanden – aber auch die in kritischer Reflexion der Praxis in den Gospelgottesdiensten, die ich gestaltet oder miterlebt habe.

Der Gospelgesang ist eine Möglichkeit sich kirchenfernen Menschen zu öffnen. Was sagt Ihre Erfahrung. Kommen diese Kirchenfernen dann eines Tages auch in den traditionellen Gottesdienst oder entwickelt sich da eine Parallelwelt?

Es gibt beide Erfahrungen. Ich selbst mache eher die Erfahrung, dass die Mitwirkung in einem in der Gemeinde verankerten Gospelchor auch den Weg in die Gemeinde insgesamt und in den traditionellen Gottesdienst ebnet. Es hängt aber sicher auch davon ab, wie die Verantwortlichen einer Gemeinde die Gospelarbeit sehen und ob sie sie als Bestandteil eines „Gemeindeaufbaus“ verstehen oder nicht (und welche Rolle dann der Gottesdienst überhaupt in diesem Konzept spielt). Es kann jedenfalls gut gelingen, das ist meine Erfahrung und meine Hoffnung und vielleicht kann mein Buch, das ja auch bei Gospelsängern Verständnis für die liturgische Tradition wecken will, dazu helfen.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

P.S.: EIne Kurzvorstellung des Buches gibt es unter dem Tab “Das Buch” https://gospelimpuls.wordpress.com/das-buch/