Weihnachten vom Balkon

Das Posaunenwerk der Hannoverschen Landeskirche ruft dazu, am 1. und am 2. Weihnachtsfeiertag jeweils um 12 Uhr mittags auf dem Balkon, der Terasse oder vor der Haustür das Lied „O du fröhliche“ zu singen und zu musizieren – mit allen verfügbaren Instrumenten. Eine gute Aktion, um auch „analog“ ein gemeinsames Weihnachtsfest zu erleben, wenn schon vielerorts (nicht überall glücklicherweise) sogar die Weihnachtsgottesdienste abgesagt werden…

Und hier sind Noten dazu:

Für Instrumente in anderer Stimmung:

O du fröhliche Bb-Stimme

O du fröhliche Eb-Stimme

Außerdem sind verschiedene Notenfassungen erreichbar über die Seite der Aktion beim Michaeliskloster

Chorsatz: Raba Amunatächa

„Groß ist deine Treue“ heißen diese hebräischen Worte aus Klagelieder (Echa) 3, Vers 22 übersetzt. Und das kann man auch singen.
In der Theologie, in kirchlichen Verlautbarungen und nach meinem Eindruck auch im heutigen Glaubensleben vieler Christen ist der früher oft übliche Antijudaismus (teilweise sogar Antisemistismus) einem Verständnis gewichen, das Gottes Treue gegenüber Israel und die bleibende Erwählung der Juden als elementar für den christlichen Glauben hält. Gut so. Deshalb sollten wir m.E. in unseren Gotetsdiensten und in den Chören nicht nur deutsch, englisch und in allen den verschiedensten afrikanischen Sprachen Lieder singen, sondern auch auf hebräisch. Hier ist ein Vorschlag dafür. Das Lied darf, wie alles, was ich an eigenen Werken auf dieser Seite veröffentliche, für nichtkommerzielle Zwecke hemmungslos kopiert und natürlich vor allem verwendet werden (nicht nur am Israelsonntag).

Kanon „Wie groß sind deine Werke“

Einen einfachen dreistimmigen Kanon zu Psalm 92, Vers 6 gibt es HIER.

Ich habe wieder einmal einen Vers nach der von mir sehr geschätzten Übersetzung von Rabbiner Ludwig Philippson vertont. Viel Freude damit!

„Das Halleluja“, das man auch auf einer Beerdigung singen kann

Samuel Rodigast, Gymnasiallehrer aus dem 17. Jahrhundert, hat das Lied „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ gedichtet. In der folgenden Bearbeitung kann man seinen Text auch auf eine heute sehr populäre „Halleluja“- Melodie singen – und so passt „das Halleluja“ auch für einen Gottesdienst oder sogar auf eine Beerdigung:

Was Gott tut, das ist wohlgetan.
wie er fängt seine Sachen an,
führt er mich gut, drum lass ich ihn nur walten
Er ist ja doch der gute Gott,
der mich in Freude und in Not,
in Licht und Dunkel stets weiß, fest zu halten
Halleluja …

Was Gott tut, das ist wohlgetan
er führet mich auf rechter Bahn,
ja er ist ist treu und er kann alles wenden
Mir ist genug nur seine Huld,
so fasse ich mich in Geduld,
es steht ja alles nur in seinen Händen.
Halleluja …

Was Gott tut, das ist wohlgetan,
der mir nichts Böses gönnen kann
Licht ist er mir und Kraft und Heil und Leben
Es kommt die Zeit, da es erscheint,
wie treu mein Gott es mit mir meint,
darum will ich mich gerne ihm ergeben
Halleluja …

Was Gott tut, das ist wohlgetan,
es mag mich auf die rauhe Bahn,
so manche Not und Tod und Elend treiben
Und dennoch hält mein Gott auch mich
in seinen Armen ganz väterlich,
in seinem Hause werd ich ewig bleiben
Halleluja …

3. Oktober: Sing to Hope-Konzert in Hildesheim

Der Sing To Hope Choir ist als Chorstütze für alle Sänger und Chorleiter in den ersten 16 Wochen der Corona-Krise eingesprungen. Initiiert von der Abteilung Popularmusik in der Nordkirche gab es u.a. in Kooperation mit der Gospelkirche Hannover mit 14 neuen Songs und vielen Aktionen jeden Mittwoch kleine Highlights in den sonderbaren Corona-Wochen. Im Laufe der Zeit ist ein tolles Netzwerk in der Norddeutschen Gospelszene entstanden. 

Ca. 40 Chöre und etliche Einzelsänger/innen haben an dem Projekt teilgenommen, über YouTube ihre Songs geübt und vor den Sommerferien mit dem Trio Gospel+ und Kantor Jan Meyer eine digitale Zoomaufführung der Stücke erlebt.

Nun werden die Songs namhafter Komponist/inn/en wie Micha Keding, Miriam Buthmann und Jan Simowitsch das erste Mal live und analog aufgeführt. 

Dazu laden das Trio Gospel+ und Jan Meyer (Klavier) zu einem bunten Abend mit frischen Pop- und Gospelsongs in die Michaeliskirche ein.

Wann:  Sa, 03.10.2020 / 20:00 Uhr 
Wo:   St. Michaelis Hildesheim   Michaelisplatz 2 
 31134 Hildesheim 

Weihnachtszeit – Coronazeit?

Wie verträgt sich die (gar  nicht mehr so ferne) Advents- und Weihnachtszeit mit der Coronazeit, in der wir imemr noch leben (und auch im Dezember wohl noch leben werden?)

Von der „midi“(Evangelische Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung) gibt es folgenden Aufruf:
Ihre Idee für Weihnachten unter Corona-Bedingungen
­Bis zum 13. September 2020 Idee einsenden!
­
Weihnachten wird in diesem Jahr ganz anders. Unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie stellt das Fest Kirche und Diakonie vor besondere Herausforderungen. Dabei ist Weihnachten nicht nur maßgeblich identitätsstiftend für Diakonie und Kirche, sondern auch und vor allem die hoffnungsmachende Botschaft an die Welt von der Menschwerdung Gottes. Deshalb ist es wichtig, auch unter den Bedingungen von physical distancing dieses Fest zu feiern und die Botschaft zu verkündigen.

midi möchte Kirchenkreise, Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen dabei unterstützen. Deshalb planen wir eine digitale Broschüre mit einer Vielfalt an Vorschlägen und Ideen, wie trotz Corona Weihnachten in Kirche und Diakonie gefeiert werden kann. Dazu bitten wir Sie um Ihre Mithilfe! Als Verantwortliche und Kreative in Kirche und Diakonie haben Sie vielleicht schon selbst die eine oder andere Idee:

— Wie kann man die Adventszeit gestalten?
— Welche Formen des Gottesdienstes zu Heiligabend sind realistisch, innovativ und erreichen die Menschen?
— Welche anderen Formen des Gemeinschaftserlebens sind denkbar und machbar?
— Wie können Kirchengemeinden und Diakonie sich gegenseitig in dieser Zeit unterstützen?
— Wie sind Mitarbeitendenweihnachtsfeiern möglich?
— Wie schaffen wir es, dass in Pflegewohneinrichtungen nicht nur Weihnachten gefeiert wird, sondern dass auch die Distanz zu Angehörigen überwunden wird?

Bitte schicken Sie uns Ihre Idee bis zum 13. September! Wir sammeln alle Anregungen und bereiten sie redaktionell auf, damit sie zur Inspiration vor Ort schnell genutzt werden können. Die Broschüre steht Ende September auf mi-di.de zum Download und ist im nächsten Newsletter verlinkt.

Senden Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Weihnachten“ an:
Dr. Tobias Kirchhof (tobias.kirchhof@mi-di.de) oder rufen Sie an unter 0178-7709393. Wir danken Ihnen für Ihre Zeit und Ihre Kreativität!

Nicht nur zum Israelsonntag: Kanon zu Psalm 136 hebräisch-deutsch

„Denn seine Güte währet ewiglich“: Immer wieder wiederholt Psalm 136 diesen Satz – als Bekenntnis, als Erfahrung in den unterschiedlichsten Situationen. Ich habe aus diesem Kehrvers einen dreistimmig Kanon gemacht und dafür zunächst den hebräischen Original-Wortlaut verwendet: „Leolam Chasdo“ (wörtlich: „Für allezeit seine Güte!“). Das e in „leolam“ wird kurz gesprochen, wie z.B. im deutschen Wort Gesang; das „Ch“ wie im deutschen Wort „Ach“. Und HIER ist der Kanon! Viel Freude damit.

Kanon Leolam Chasdo

 

Psalm 26, Vers 8 vierstimmig

„Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt“ – so heißt der Vers bei Luther. genauso schön finde ich die Übersetzung von Rabbiner Ludwig Philippson: „Ewiger, ich habe liebgewonnen deines Hauses Stätte und den Ort, da deine Ehre thront“. Lange konnten Menschen die Gotteshäuser nicht oder nur eingeschränkt nutzen in diesem Coronajahr: Kirchen (und auch Synagogen und Moscheen) waren teilweise komplett geschlossen, Gottesdienste durften nicht stattfinden und unterliegen noch immer Beschränkungen – dieser erzwungene Verzicht hat vielen erst klar gemacht, wie wertvoll ihnen ihre Kirche ist, wie wichtig Gotteshäuser überhaupt sind. Deshalb habe ich den Psalmvers (in Philippsons Fassung) vertont als kurzen vierstimmigen Satz. Man kann ihn wie einen Taize-Gesang nutzen – mehrmals singen und summen, man kann über den gesummten Chorus Psalmverse oder einen Meditationstext sprechen, man kann ihn als Rahmenvers (Antiphon) für einen gesprochenen Psalm verwenden … –

HIER ist der Chorsatz:

Ewiger ich habe liebgewonnen deines Hauses Stätte Psalm 26,8